Einer quält sich immer, entweder der Autor oder der Leser …

Die Arbeit am Text und Goethe

Die Arbeit am Text und Goethe

… beziehungsweise die Autorin oder die Leserin. Jemand sagte mir einmal, das sei ein Zitat von Goethe. Manchmal suche ich es, aber Belege für diese Quelle finde ich nicht mehr. In jedem Fall liebe ich den Satz. Denn ich denke, dass ein guter Text aus sehr, sehr viel Arbeit entsteht. Das Zitat spitzt das zu, ich selbst empfinde die Arbeit am Text nicht als Qual. Aber nicht jedem macht es nichts aus, drei kleine Sätze zehnmal zu überarbeiten bis man denkt, so könnte es gehen.

Auf der Seite der Leserin ist die Qual für mich alltäglich. Denn Sprache kann sich nicht wehren, nicht gegen Autoren, die gerne alles möglichst kompliziert ausdrücken, und nicht gegen die, die kurz nachdenken, hastig schreiben und noch schneller veröffentlichen. Und dabei Verben vernachlässigen, Anschlüsse vermurksen und überhaupt der Leserin wenig Freude bereiten.

Glücklicherweise kann man oft genug darauf verzichten, die Texte, die einen quälen, zu lesen. Das Wort zum heutigen Sonntag aber bleibt: Einer quält sich immer, der Autor oder der Leser. Und der Leser sollte es nicht sein, sagt die Autorin.

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