Der König von Hay – Teil 1 – Die Suche

Buchhandlung "The Independent Kingdom of Hay"

Buchhandlung „The Independent Kingdom of Hay“. Foto: Sabine Felber

Wir suchen den Erfinder des walisischen Bücherdorfs Hay-on-Wye. Während des seit 1988 alljährlich in Hay stattfindenden Literaturfestivals machen wir uns auf den Weg.

Wir wollen es uns einfach machen und gehen in seine Buchhandlung, „ The King Of Hay“ in der Castle Street. Eine freundliche Dame sitzt hinter dem Ladentisch des Antiquariats. Sie heißt Denise und kann uns helfen. Sie ruft jemanden an, der mit Richard Booth – so heißt der Mann, den wir suchen – in Verbindung steht. Wir sollen zu einer Adresse kommen, die sie uns nur beschreiben kann. Es gibt keine Hausnummer, nur Stationen, an denen wir vorbei kommen werden. Zäune, Mühlen, verrostete Details. Denise zeichnet einen Plan. Wenn wir uns genau nach ihm richten, müssten wir nach circa 30 Minuten Fußmarsch an der beschriebenen Haustür ankommen. Wir verlassen das Antiquariat. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite sehen wir ein Plakat. „Kindles are banned from the kingdom of Hay“.

Banner "Kindles are banned from the Kingdom of Hay"

Kindle unwillkommen. Foto: Sabine Felber

Natürlich, die Zukunft des Buches ist das Antiquariat – oder die Entsorgung. Wir wollen alle im Alter noch gebraucht werden. Also dann doch besser das Antiquariat. Elektronische Bücher können einfach verschwinden. Und das Lesegerät für derlei vorübergehende Existenzen wird aus dem Bücherdorf verbannt. Das ist konsequent.

Wir laufen in die von Denise aufgezeichnete Richtung. Ein Zahnarzt soll uns auf der linken Straßenseite auffallen. Wir verpassen den Zahnarzt, laufen aber dennoch richtig. Denn jetzt sehen wir schon das Kino beziehungsweise den Buchladen des Kinos. Überall stehen Bücher trotz der unsicheren Wetterlage.

Der Buchladen des Kinos. Foto: Sabine Felber

Der Buchladen des Kinos. Foto: Sabine Felber

Es regnet oft und stark. Wenn der Regen direkt senkrecht von oben kommt werden die Bücher nicht nass. Wir hoffen für uns und die Bücher auf geraden, sehr leichten Regen. Es regnet momentan gar nicht. Ab dem Kino sollen wir nach einem Haus Ausschau halten, welches zum Verkauf steht. Gefunden.

Auf der Suche. Foto: Sabine Felber

Auf der Suche. Foto: Sabine Felber

Jetzt wird es etwas komplizierter. Wir verlassen Wales und laufen nach England. Zäune und rostige Zaunteile sind unsere Wegweiser. Und dann gibt‘s kein Umdrehen mehr.

Willkommen in England. Foto: Sabine Felber

Willkommen in England. Foto: Sabine Felber

Aber: Können wir Richard Booth hier wirklich finden?

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