Mit Vondort nach Brasilien: Sehnsucht

Im Jahr der Fußball-WM in Brasilien wird keiner an Rio vorbeikommen. Hier bei Vondort haben wir der Begegnung vorgegriffen und stimmen mit den Fotos von Sabine Felber auch diejenigen, die wie ich noch nie dort waren, auf das Land ein. Die Gespräche mit der Fotografin und ihre Fotos haben mir Brasilien näher gebracht. Vielleicht fehlte nicht mehr viel, um in mir die Sehnsucht zu wecken, vor Ort zu sein. Dann kam ein Berlinale-Abend und der Film „Hoje eu quero voltar sozinho“/“The Way He Looks“, und seither möchte ich nach Rio fliegen.

Es liegt nicht an der Geschichte, die der Film erzählt, auch wenn sie bewegend ist. Es geht um zwei Jungen und ein Mädchen um die 15 und ihre Liebesverknäulungen, aus denen die beiden Jungen als Paar hervorgehen.

Nicht genug, dass die beiden damit kämpfen, der Junge im Zentrum der Erzählung ist blind. Er muss sich gegen die schlechten Scherze mancher Mitschüler wehren, und er will sich aus der verständlichen Fürsorge seiner Eltern befreien, was in diesem besonderen Fall zum Beispiel heißt, einen Weg auf der Straße alleine zurück zu legen. Das ist alles spannend erzählt und schön fotografiert, aber das ist es nicht. Es ist die Art, wie die Personen im Film, die sich in der einen oder anderen Form lieben, und das sind die meisten, miteinander umgehen. Egal ob Großmutter und Enkel, Freund und Freundin, Vater und Sohn oder die Jungen miteinander: Es ist ein weicher, direkter und wohlwollender Umgang. Mehr streicheln als drücken, mehr nackt als angezogen – aber jetzt nicht denken, die haben nie was an. Wer weiß, wie Bossa Nova klingt, kann sich die Musik dazu denken. Bis zu dem Film erschien sie mir bisweilen zu gleichmütig. Jetzt glaube ich eine andere Qualität zu verstehen: Sie ist frei von unnötiger Dramatik.

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